Wüstensafari mit BBQ in Dubai - ein unvergessliches Abenteuer

Wüstensafari mit BBQ in Dubai - ein unvergessliches Abenteuer

Bei den Vorbereitungen für unsere erste Reise nach Dubai las ich viel und lies mir natürlich auch Tipps von Freunden geben, die bereits dort waren, um zu erfahren, was man unbedingt erleben sollte. Achja, wenn ich von “uns” spreche, meine ich meine damalige Freundin (jetzige Frau) und zwei Teenagern (meine Nichte und Neffe) 😉 Abgesehen davon, dass die meisten einen Besuch des Burj Khalifa empfahlen, wurde uns eine Jeep Safari ans Herz gelegt. Gesagt, getan…

Nach einer kurzen Recherche im Internet stieß ich auf einen Anbieter, der uns die Safari mit anschließendem Grillen im Wüstencamp zu einem guten Preis anbot. Umgerechnet waren es ca. 230 Euro für eine Privattour. Warum Privattour? Dachte mir, es ist einfach angenehmer im Kreise der Familie und außerdem vertrage ich persönlich wildes rumfahren nicht so besonders, vor allem nicht, wenn ich auf dem Rücksitz sitze. Und da sich mein Neffe den Platz neben dem Fahrer schon für sich beansprucht hat, war die Rückbank für meine Nichte, meine Freundin und mich reserviert.

Am Tag der Tour zogen wir uns also alle wüstentauglich an und warteten wie vereinbart in der Hotellobby auf den Fahrer. Dieser kam auch pünktlich und lud uns alle freundlich in seinen Jeep ein. Als ich im Fahrzeug dann die Verstärkung des Rahmens sah, welche im Falle eines Überschlages die Insassen besser schützt, machte ich innerlich drei Kreuze. Alles in Ordnung, dachte ich mir, wird schon alles gut gehen 😉

Die ersten ca. 45 Minuten waren wenig spektakulär, da wir erst mal aus der Stadt raus mussten. Am Stadtrand haben wir dann auf einem Rastplatz eine Pause eingelegt. Der Rastplatz diente gleichzeitig auch der Treffpunkt des Anbieters und die Fahrer nutzten den Stopp um die Jeeps wüstenfest zu machen, sprich um Luft aus den Reifen zu lassen und noch mal den Kühler zu checken. Wer nichts zu tun hatte, so wie wir, konnte noch mal auf die Toilette gehen. Die Pause hier betrug ca. 15 Minuten. Nach etwa weiteren zehn Minuten Fahrt auf einer Landstraße verliessen wir als erstes Auto der Kolonne die Strasse und bogen endlich in die Wüste ab. Mein Herzschlag erhöhte sich ein wenig, weil ich keine genaue Vorstellung hatte, was auf uns zukommt. Die ersten rund 500 Meter waren wirklich sanft und angenehm. Es ging Sanddünen hoch und runter, alles tip top. Dann machte der Fahrer, der bis zu diesem Zeitpunkt überragend fuhr, den für mich schlimmsten Fehler! Er fragte meine Nichte und Neffen, ob sie sich was wünschen möchten. Und wie aus der Pistole geschossen antwortete die beiden: “Schneller! Können wir nicht etwas schneller fahren?”. Ich dachte nur, wieso müssen sie sich denn das jetzt wünschen?! Warum fragten sie nicht einfach nach einer weiteren Wasserflasche oder vielleicht nach Kamelen?! Nein, es ging ihnen nicht schnell genug…

Vom einen auf den anderen Moment trat der Fahrer das Gaspedal durch, der Motor heulte auf, er rief uns zu “Jetzt festhalten!” und wir erklommen die nächste Sanddüne in rasendem Tempo, ich wusste gar nicht wie mir geschah. Als unser Fahrer dann kurz vor dem Erreichen der Dünenspitze das Lenkrad stark nach rechts zog, wir daraufhin leicht in Schräglage gerieten und somit über den Scheitelpunkt rutschten und ja, auch etwas auf der Gegenseite der Düne runterrutschten, wusste ich welche Stunde geschlagen hatte “dune bashing”. Und da ich in meinem Alter meinen Körper gut genug kenne, wusste ich sofort, dass wenn es so weitergeht, ich mich sehr schwer tun würde alles bei mir, bzw. in mir zu behalten.

Ich versuchte nach außen erst mal alles easy aussehen zu lassen. Als der Fahrer nach der sechsten oder achten Dünne in die Runde fragte, ob alles ok sei, antwortete jeder mit “Ja!”, und ich antworte optimistisch “Ja klar, was für eine Frage!?”. Als ich meinen Satz beendete, wurde meiner Freundin direkt klar, da stimmt etwas was nicht! Frauen haben einfach ein Gespür für sowas 😉 Naja, sie sah mir in die Augen (mit einem allwissenden Blick), ich zog meine Schultern hoch, schmunzelte und sie fragte mich, ob wir nicht doch kurz anhalten sollten, denn meine Gesichtsfarbe wechselte rapide von sonnengebräunt in käseweiß. Ich meinte nur, “Ne, passt schon noch!”. Sie darauf, “Übertreib es nicht!” und reichte mir gleichzeitig eine Kotztüte, welche sie in der Seitentür gefunden hatte. Natürlich so, dass weder der Fahrer noch die Kids davon etwas mitbekamen. Sie meinte nur, “Sicher ist sicher!” und zwinkerte mir zu.

Düne um Düne ging es mir schlechter! Ich dachte nur, das muss doch mal zu Ende sein. Das Camp kann doch nicht mehr so weit entfernt sein. Als ich dann merkte, dass mein Magen sich doch bald umdrehen würde, mir die ersten Schweißperlen von der Stirn liefen und ich mich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren konnte als auf meinen Magen und den damit verbundenen Reiz zu unterdrücken, warf ich dann doch ein “wäre es machbar mal einen Gang zurückzuschalten?!” in die Runde. Die Kids schauten mich ganz verdutzt an, bemerkten aber nichts und sagten nur “Oh, schade! Warum?” Insgeheim dachte ich mir “Warum? Weil ihr sicherlich nicht mein Mittagessen auf der Rückbank verteilt, sehen wollt.” Die offizielle Version war aber natürlich “dem Onkel, geht’s nicht so gut!”

Der Fahrer zögerte nicht lange und fuhr ab jetzt etwas ruhiger. Er teilte uns gleichzeitig mit, dass wir in wenigen Minuten an unserem Stopp, dem Wüstenfort, ankommen werden. Ich hatte zwar die darauffolgenden zwei bis drei Dünen immer noch ein mulmiges Gefühl im Magen, aber es wurde von Minute zu Minute besser und ich konnte nun endlich mal diese einmalige Umgebung so richtig wahrnehmen. Düne an Düne, ganz abseits von dieser wahnsinnigen Metropole. Sand, Sand, und noch mehr Sand. Wohin man auch schaute, Sand! Und wie uns der Fahrer mitteilte, besteht der Sand in dieser Region aus sieben verschiedenen Sandkornfarben, welche die sieben Emirate widerspiegeln soll.

Wie versprochen erreichten wir nach wenigen Minuten auch schon das Fort in dem wir mit kulinarischen Vorspeisen und einem traditionellen BBQ versorgt wurden – lecker wars!  Auf einer Bühne, welche sich in der Mitte des Fortplatzes befand, traten lokale Künstler wie eine Buchtänzerin, eine orientalische Tanzgruppe sowie ein Emirati mit einem Falken auf. Vor Ort bestand ebenfalls die Möglichkeit Quad oder Sandboard zu fahren oder auf einem Kamel zu reiten – den Kids hat’s gefallen! Wer es eher ruhiger angehen lassen wollte, wie ich und meine Freundin, konnte in einem Zelt gemütlich Shisha rauchen. Für Mädels gab es ein Zelt, in dem sie sich Henna-Tattoos aufmalen lassen konnten.

So erlebten wir später einen atemberaubenden Sonnenuntergang inmitten des Niemandslandes, nur von Sand umgeben. Die “Qualen” der Hinfahrt waren spätestens jetzt vergessen. Und als uns dann der Fahrer mitteilte, dass die Heimfahrt komplett über befestigte Straßen geht, ging es mir gleich noch viel besser 🙂

Die komplette Tour dauerte gut 5 – 6 Stunden. Wobei, man je nach Abholpunkt, gut 1 bis 2 Stunden Fahrt zum Camp einrechnen kann. Zeit im Camp verbrachten wir gut 2 Stunden, vielleicht auch etwas länger…

Alles in allem hatten wir einen tollen Ausflug, welchen wir sicherlich nie vergessen werden. Definitiv Empfehlenswert!

Was war in der Tour inklusive:

  • Abholung und Rücktransfer mit Land Cruiser in Dubai
  • Dune Bashing, Kamelritt, Henna-Bemalung, Shisha und Bauchtanz-Vorführung
  • Abendessen mit so vielen Soft Drinks, Wasser, Tee und Kaffee wie man will

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