In Südafrika (und Namibia) grillt man nicht, man "braait"

In Südafrika (und Namibia) grillt man nicht, man "braait"

Der Begriff “braaien” kommt ursprünglich aus dem Holländischen und heißt braten. Ins Afrikaans wurde schließlich “Braai” übernommen.

Ein Braai ist nicht nur das Grillen von Fleisch, sondern vielmehr ein relaxtes Zusammenkommen mit Familie und Freunden, das normalerweise Stunden dauert. Es wird gegrillt, getrunken, gequatscht und am liebsten parallel ein Rugbyspiel geschaut. Braaien, das Lieblingshobby von vielen Südafrikanern. Deshalb finden sich auch an vielen Stellen öffentliche Braaiplätze, wo der Grill schon bereit steht und man nur alles Weitere mitbringen muss.

Ist man zu einem Braai eingeladen, ist es üblich seine Getränke und Fleisch selber mitzubringen. Außerdem sollte man auf keinen Fall hungrig zu einem Braai erscheinen. Es dauert meistens Stunden bis das Fleisch wirklich aufgelegt wird. Unter anderem deshalb, weil das Feuer meistens mit Holz und nicht mit Kohlen entfacht wird. Ist man für 18 Uhr eingeladen, dann geht man am besten erst ab ca. 19 Uhr hin. Dann trudeln so langsam auch die anderen Gäste ein, man will ja nicht unhöflich sein und pünktlich, bzw. zu früh, erscheinen.

Welches “Braaivleis” (Grillfleisch) man mitbringt, bleibt jedem selbst überlassen. Typisch sind Boerewors (landestypische Wurst mit Koriander), Rind, Lamm und Geflügel, teilweise auch Fisch. Mariniertes Fleisch spielt hier die Hauptrolle, Salate gibt es nicht unbedingt. Beliebt als Beilage ist Mais, Pap (dicker Mehlbrei ohne Eigengeschmack), dazu Chakalaka Soße (scharf!) und ein Burgerbrötchen. Ein selbstgemachter Salat als Mitbringsel ist jedoch, neben Chips und anderen Knabbereien, gerne gesehen.

Das Grillen selbst übernimmt meistens der Hausherr oder selbsternannte Braaimaster (Grillmeister). Oft mit nur einer Hand, denn in er anderen wird fast durchgängig eine Flasche Bier gehalten.

Seit 2005 wird sogar jährlich am 24. September mit dem Heritage Day (Tag des Kulturerbes) der Braaiday gefeiert!

Eine Braaieinladung von Einheimischen sollte man also auf keinen Fall ablehnen und somit die Gastfreundschaft und Gesellschaft der Südafrikaner live erleben!

Weitere Info´s und Rezepte rund ums Braaien unter braai.com

Selbsterlebtes sowie Tipps und Empfehlungen dürfen gerne ins Kommentarfeld eingetragen werden 🙂

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